Der Ellenbogen ist ein stabiles, hochdifferenziertes Gelenk, dessen drei Komponenten perfekt zusammenspielen. Das Ellenbogengelenk ermöglicht sowohl eine Scharnierbewegung zwischen Oberarm und Elle als auch die Umwendbewegungen zwischen Elle, Speiche und Oberarm.
Die Stabilität des Ellenbogens entsteht durch drei wesentliche Faktoren: die knöcherne Führung, den straffen Kapsel-Band-Apparat sowie die gelenkübergreifende Muskulatur. In Streckstellung sind vor allem der Kapselbandapparat und die Muskulatur der Beuger und Strecker des Unterarms für die Stabilität verantwortlich. Je weiter der Ellenbogen gebeugt wird, desto mehr gewinnt die knöcherne Führung des Gelenks an Bedeutung.
Zum Verständnis der Erkrankungen des „Tennis- und Golferellenbogens“ ist diese Funktion besonders wichtig. Beschwerden treten hier vor allem in Streckstellung auf, da in dieser Position eine vermehrte Spannung auf den gemeinsamen Sehnenansatz im Bereich des Oberarms ausgeübt wird.
Eine Besonderheit in der Anatomie ist die Lage des Nervus ulnaris (Ellennerv) auf der Innenseite des Ellenbogens. Gerade bei schmerzhaften Veränderungen im Bereich des Epicondylus medialis, einer natürlichen Knochenvorwölbung an der Innenseite des Ellenbogens, an der Muskeln und Bänder ansetzen, können auch Beschwerden entlang des Nervs auftreten. Dies liegt daran, dass der Ellenbogennerv in unmittelbarer Nähe zum Muskel- und Sehnenansatz verläuft.