ZAHL DER REHABILITATIONEN STEIGT KRÄFITG
Berlin. Immer mehr Patientinnen und Patienten nehmen in Deutschland eine Reha in Anspruch: Im vergangenen Jahr zählte die Deutsche Rentenversicherung 1.080.000 bewilligte Anträge. Das hat die Deutsche Rentenversicherung am Montag mitgeteilt. Zum Vergleich: 2002 gab es 946.000 Bewilligungen - ein Plus von 14,1 Prozent.
„Gründe für den Anstieg sind vor allem die demografische Entwicklung und eine veränderte Arbeitswelt. Die „Baby-Boomer“-Generation und die darauffolgenden Jahrgänge kommen mehr und mehr in ein Alter, in dem Reha-Bedarf besteht“, sagt Heribert Jöris, Co-Vorsitzender der Bundesvertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung. Auch arbeiteten viele Menschen länger. Damit wachse insgesamt die Bedeutung der Reha zur Eingliederung oder Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.
Wiedereingliederung großer Erfolg
Der Anteil ambulanten Leistungen liegt mit rund 144.000 Fällen bei 16 %. Auf die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen entfielen 29.144 Leistungen (3 %). Um sie bei der Rückkehr in den Beruf zu unterstützen, erhielten 42.292 Rehabilitandinnen und Rehabilitanden 2022 eine stufenweise Wiedereingliederung. Mit großem Erfolg, so die Rentenversicherung: Zwei Jahre nach einer medizinischen Reha-Leistungen waren 83 % der Männer und Frauen erwerbsfähig.
Die häufigsten Reha-Indikationen waren orthopädische und rheumatische Erkrankungen: Auf sie entfielen stationär mehr als ein Drittel der Reha-Leistungen bei Frauen mit 35 % und bei Männern mit 33 %. Im ambulanten Bereich machten orthopädische und rheumatische Erkrankungen bei Frauen 74 % der Reha-Leistungen aus. Bei Männern lag der Anteil bei 67 %.
Mehr Rehabilitionen im Alter
Mit steigendem Alter wird die Rehabilitation häufiger in Anspruch genommen. Frauen waren durchschnittlich 54 Jahre und Männer 54,2 Jahre alt. Je nach Indikation dauerten die stationären Reha-Aufenthalte zwischen 22 und 29 Tage, ohne psychische Erkrankungen.
Die Kosten für die Rehabilitation beliefen sich im Jahr 2022 auf rund 6,96 Mrd. Euro. Davon seien mehr als 5,4 Mrd. Euro in Leistungen für medizinische Rehabilitation geflossen, rund 1,2 Mrd. Euro wurden für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) gezahlt und rund 0,4 Mrd. Euro für Sozialversicherungsbeiträge. Eingerechnet sind in den Gesamtbetrag rund 69 Mio. Euro, die pandemiebedingt durch das Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG) als Zuschüsse an medizinische Rehabilitationseinrichtungen und Anbieter von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben gezahlt wurden. (kaha)
